Polypen entfernen (Adenotomie)
Die Rachenmandel, im Alltag „Polyp" genannt, gehört wie die Gaumenmandeln zum lymphatischen System. Sie hilft bei der Immunabwehr und kann durch immer wiederkehrende Infekte größer werden.
Vergrößerte Polypen können zu diesen Beschwerden führen:
- Gestörte Belüftung des Mittelohrs
- Behinderte Nasenatmung
- Schnarchen
- Atmen durch den Mund
- Mittelohrentzündungen
- Hörverlust
Bei einem Infekt sammelt sich Sekret im Mittelohr. Vergrößerte Polypen verhindern, dass es abfließt. Schlechtes Hören und behinderte Atmung können das Gedeihen eines Kindes und seine Sprachentwicklung beeinträchtigen. Deshalb hat die Adenotomie in der Entwicklung von Kindern einen hohen Stellenwert.
So läuft die Operation ab
Die Operation erfolgt in Vollnarkose über den Mund mit speziellen Instrumenten. In der Regel wird sie ambulant durchgeführt. Ihr Kind darf nach Hause, wenn es wieder ganz wach ist und der Operateur es noch einmal kontrolliert hat. In Ausnahmefällen, etwa bei erhöhtem Blutungsrisiko oder Vorerkrankungen wie einem Herzfehler oder einer Nierenschwäche, kann eine Überwachung im Krankenhaus für einige Tage nötig sein.
Nach der Operation
Sieben Tage lang gilt: Keine körperliche Anstrengung, kein Sonnenbad und nur kurz duschen.
Mögliche Risiken der Adenotomie
- Schluckbeschwerden
- Offenes Näseln
- Erneutes Wachsen der Polypen
- Verletzung oder Verlust von Zähnen oder des Zäpfchens
- Nachblutung
- Verletzung der Ohrtrompete, die zu wiederkehrenden Mittelohrentzündungen führen kann
- Nahrungsverweigerung
- Infektion und Entzündung der Wunde
Paukenröhrchen bei Mittelohrentzündung und Paukenerguss
Eine Mittelohrentzündung ist eine Entzündung der Schleimhaut hinter dem Trommelfell, bei der sich Sekret im Mittelohr sammelt.
Warum das Sekret das Hören stört
Schall gelangt über die Ohrmuschel in den Gehörgang und trifft auf das Trommelfell. Die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel leiten ihn an das Innenohr weiter, von dort geht das Signal über den Hörnerv an das Gehirn. Damit das funktioniert, muss das Mittelohr belüftet sein. Das übernimmt die Ohrtrompete (Tube), eine Verbindung zum Nasenrachen. Ist die Belüftung gestört, sammelt sich Sekret im Mittelohr. Die Gehörknöchelchen können sich dann schlechter bewegen, ein Teil des Schalls geht verloren, und das Kind hört schlechter. Vergrößerte Polypen im Nasenrachen behindern zusätzlich den Abfluss.
Warum vor allem Kinder betroffen sind
Bei Kindern ist die Ohrtrompete kürzer als bei Erwachsenen. Infekte können deshalb leichter von der Nase ins Mittelohr aufsteigen.
Die Operation
Helfen abschwellendes Nasenspray, Druckausgleich und im akuten Stadium Antibiotika nicht, folgt ein kleiner Schnitt ins Trommelfell (Parazentese). Dabei wird das Sekret aus dem Mittelohr abgesaugt. Je nachdem, wie zäh das Sekret ist, entscheidet der Operateur, ob zusätzlich ein Paukenröhrchen eingesetzt wird. Die Operation erfolgt in Vollnarkose und in der Regel ambulant. Bei Vorerkrankungen oder besonderen Risiken kann eine Überwachung im Krankenhaus für einige Tage nötig sein.
Nach der Operation
Nach einer Parazentese ohne Röhrchen muss das Ohr einige Tage vor Wasser geschützt werden. Mit Paukenröhrchen gilt das, solange das Röhrchen im Trommelfell sitzt. Bei regelmäßigen Kontrollen prüft Ihr HNO-Arzt, ob das Röhrchen richtig sitzt.
Wann das Paukenröhrchen wieder herauskommt
Es gibt zwei Arten von Röhrchen. Vorübergehende Röhrchen aus Silikon oder Metall bleiben etwa ein Jahr im Trommelfell und werden dann von selbst abgestoßen. Dauerröhrchen kommen zum Einsatz, wenn vorübergehende Röhrchen zu früh herausfallen und die Probleme im Mittelohr bleiben. Sie werden in einer zweiten Operation entfernt.
Auch nach dem Herausfallen oder Entfernen des Röhrchens kann erneut eine Mittelohrentzündung oder ein Paukenerguss entstehen. Dann wird zuerst wieder mit Medikamenten behandelt. Bessert sich das über längere Zeit nicht, kann eine erneute Operation nötig sein.
Mögliche Risiken der Parazentese und Paukendrainage
- Hörminderung bis zur Ertaubung
- Vorübergehende oder bleibende Geschmacksstörung
- Vorübergehende oder bleibende Lähmung des Gesichtsnervs
- Mittelohrentzündung
- Hirn- oder Hirnhautentzündung
- Loch im Trommelfell, das gegebenenfalls operativ verschlossen werden muss
- Operative Entfernung des Röhrchens, wenn es nicht von selbst abgestoßen wird
- Abrutschen des Röhrchens ins Mittelohr, das dann über einen erweiterten Schnitt entfernt werden muss
- Schwimmverbot, solange das Röhrchen sitzt
- Schwindel und Ohrgeräusche (Tinnitus)
Mandeln verkleinern mit dem Laser
Für die Entwicklung eines Kindes ist eine gute Sauerstoffversorgung wichtig. Verlegen vergrößerte Mandeln die Atemwege, steigt der Atemwiderstand und die Sauerstoffaufnahme sinkt. Waren die Mandeln noch nie entzündet, können sie mit dem Laser verkleinert werden. Der Übergang zum Schlund wird dadurch weiter, und Atmen und Schlucken fallen leichter.
Häufig sind gleichzeitig die Polypen vergrößert und im Mittelohr hat sich Flüssigkeit gesammelt. Dann werden im selben Eingriff auch die Polypen entfernt und Paukenröhrchen eingesetzt. Die Operation erfolgt ambulant, Ihr Kind kann danach nach Hause. Anschließend kontrollieren wir in regelmäßigen Abständen.
Wenn Ihr Kind spät oder undeutlich spricht
Hört ein Kind schlecht, verpasst es womöglich wichtige Zeitfenster der Sprachentwicklung. Auch ein zu kurzes Lippen- oder Zungenbändchen kann zu Aussprachefehlern führen, etwa bei „S", „Sch" oder „K". Am Anfang steht eine HNO-ärztliche Untersuchung, danach gegebenenfalls eine logopädische Therapie.
Ihr Kind schnarcht, atmet durch den Mund oder hat immer wieder Ohrenentzündungen? Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Sprechstunde.